[Rezension] Abgründig [Arno Strobel]

Fakten über das Buch:

Verlag: Loewe Verlag
Seitenzahl: 240
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-7855-7864-3
Lesezeitraum: 25/6/16 – 27/6/16


Kurzbeschreibung:

Die Sommerferien im Bergcamp verbringen. Das hört sich doch gut an, oder nicht? Ja, aber so ist es nicht. Die Realität sieht anders aus, nämlich so: Mit kleine Kindern eine paar Meter hohe Kletterwand hochsteigen. Als Tim dies mit seinen neugewonnen Freunden für einen Tag ertragen muss, beschließen sie, ihre eigene Bergwanderung zu machen. Bis zur Zugspitze und wieder zurück. Damit sich das auch Camp auch lohnt.
Ist doch alles halb so wild, denken sie. Es wird schon nichts passieren, sagen sie.
Doch niemand rechnet mit einem orkanartigen Unwetter, und damit, dass sie in einer winzigen Hütte Unterschlupf suchen muss. Ebenso sieht niemand voraus, dass sich ein Mörder unter der Gruppe befinden wird…


Cover: 7043

Das Cover wirft mehrere Fragen für mich auf. Warum ist das AB hervorgehoben? Berechnen sie Strecke AB, wie im Matheunterricht, oder was? Ich habe auch ehrlich gesagt keine Ahnung, was das schwarze Zeug sein soll. Wenn es Blitze wären, würden sie ja nur nach unten gehen, und sich nicht waagerecht durch den Schriftzug schlängeln. Naja, es ist aber ganz nett. Aber definitiv nichts Besonderes. Da steht halt einfach der Titel mit komischem schwarzem Zeug.


Handlungsverlauf:

Vorab: Spannend ist definitiv was anderes.
Schon im Prolog erfährt man Dinge, die man, meiner Meinung nach, erst im Laufe des Buches hätte erfahren sollen. So wie das eigentlich immer ist, oder irre ich mich? Ist ein Prolog nicht dazu da, einen minimalen Einblick zu geben und Spannung / Lust-das-Buch-zu-lesen erzeugen? Dieser hier tut es nämlich nicht. Es ist so, als würde Arno Strobel in seinem eigenen Buch spoilern wollen.
Jedenfalls, die Geschichte beginnt danach mit Tims Einzug ins Bercamp Grainnau. (Und das klingt für mich wie Cry-Now. Bei dem Prolog? Passend.) Darauf folgt ein paar Seiten Smaltalk, ein Einblick ins Camp und das Kennenlernen der anderen vorübergehenden Bewohner des Camps.  Die Gruppe um Tim, die sich auf den Weg zur Zugspitze macht, ist ziemlich durchmischt, aber nichts Besonderes. Die nächsten Seiten werden mit viel Blah-Blah um Nichts eingenommen und dies endet mit dem Beginn ihrer Klettertour.
Spätestens hier merkt man, dass niemand einen klaren Verstand besitzt, nachdenken kann, oder sich gegen den Gruppenzwang zur Wehr setzen kann. Wenn einer sagt er geht weiter, gehen alle mit. Wenn einer sagt, dass er seine Ausrüstung nicht mitnimmt, lassen sie alle in ihren Hütten. Aber nun gut. Damit will ich mich nicht so aufhalten.
Während unser Protagonist zusammen mit seinen „Freudrama-meme-2nden“ noch mit Wandern beschäftigt ist, bricht ein Unwetter über sie herein und umständlich finden sie Schutz in einer alten Hütte. Von da aus geht die Geschichte weiter, viel Drama, auch um nichts, und Schlägereien und Streitereien kommen von Nirgendwoher, und das so plötzlich, dass ich dachte, ich hätte mich verlesen.
Es  kommt wie es kommen musste, irgendwer hat, angeblich, jemanden umgebracht und jetzt wird er, oder sie, ausgegrenzt und geächtet. (Beweise existieren nicht.)
Da hat die Story dann ihren krassen Wendepunkt.   (Bildquelle)

 


 Schreibstil, Charaktere, etc.:

Ehrlich gesagt bin ich besseres von Arno Strobel gewohnt. Ich habe Das Wesen von ihm gelesen, und es gefiel mir gut, ich denke ich gab dem Buh 4 Sterne. Ähnliches hatte ich auch hier erwartet, wurde jedoch enttäuscht. Und das nicht nur bezugnehmend auf den Schreibstil, sondern auch auf die Charaktere. Und diese gingen mir gehörig auf die Nerven.
Es wirkte auf mich so, als sei die ganze Gruppe schwanger und jeder hätte Stimmungsschwankungen. Besonders unser lieber Protagonist Tim. Aber der kann ja nicht schwanger sein, also ist sein Wesen wohl einfach nur so. – Jeder Charakter war für mich auf seine Weise anstrengend. Jeder, bis auf Denis & Fabian.
Denis fand ich gut, weil er offen seine Meinung Kund tat und sich nicht darum scherte, was andere von ihm dachten. Sein Sarkasmus spielte da auch immer mit rein, und so war er mit Fabian, der einzige Charakter der annehmbar war. Ich konnte nämlich zu keinem der Charaktere eine Bindung aufbauen, weil da einfach nichts war. – Strobel hat natürlich versucht Tim gut darzustellen und ihn facettenreich zu gestalten, dieses gelingt ihm leider nicht so. Ich empfinde auch eine gewisse Abneigung gegen Tim, da auch er ein anstrengender Charakter ist.


Fazit:

Abgründig von Arno Strobel erhält von mir zwei Bücher.

zweibücher
Warum?
1 Stern würde bedeuten ich würde das Buch komplett hassen und nichts gemocht hätte. Aber es ist nicht so. Einige Aspekte waren okay und die verschiedenen Situationen wurden gut herübergebracht.  Das Buch ist definitiv keine Empfehlung von mir, aber man kann es lesen, wenn man es sich denn antun will.
Zu der Verteidigung Strobels: Es ist sein erstes Jugendbuch, aber die Bücher von anderen Autoren sind vielleicht auch ihre ersten Jugendbücher, und die sind gut. Das dies sein erstes Jugendbuch ist entschuldigt garantiert nicht alles, aber vielleicht ist das so, dass wenn man die ganze Zeit Thriller schreibt und dann in ein anderes Gebiet eintaucht.

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