[Rezension] Das Walmesser [C. R. Neilson]

Fakten über das Buch:

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 512
ISBN: 978-3-453-41967-4
Preis: 14,99€
Lesezeitraum: 31/12/16 – 20/01/17


Kurzbeschreibung

Fremd auf den Färöern. Blut an den Händen.

Eine kleine Inselgruppe im Nordatlantik. Dreihundert Tage im Jahr Regen. Die Menschen leben von Fischfang, Schafzucht und der Jagd auf Grindwale. Wer freiwillig hierherkommt, ist anderswo vor etwas geflohen. Dass er seine Vergangenheit nicht einfach hinter sich lassen kann, erkennt John Callum erst, als er eines Morgens auf einem Steinklotz im Hafen erwacht – ohne Erinnerung an den letzten Abend, aber mit einem blutigen Messer in seiner Tasche. Und in der färöischen Hauptstadt Tórshavn gibt es an diesem Tag nur ein Gesprächsthema: den Mord. (Quelle)


Cover

351_41967_169753_xxl.jpgDas Cover finde ich an sich schon ganz cool, mit diesem herausstechendem Messer in dem man einen Ausschnitt des Handlungsortes erkennen kann. Mir gefällt auch, dass das Cover nicht so eintönig blau ist, sondern diese zerkratzte Muster hat, was einen irgendwie eher einen Krimi denken lässt, meint ihr nicht auch? Also mir gefällt es 🙂


Handlung

Ich muss euch warnen, das erste Kapitel, danach müsst ihr einfach erstmal ein Stückchen weiterlesen. Dieses Buch zwingt euch ja praktisch dazu.

Baldiger Mörder und baldiges Opfer wälzen sich ineiander verkeilt über den Grund. Leben kämpft gegen Tod kämpft gegen Leben. Stirbt er nicht, kann ich nicht leben. Sterbe ich, hat er gewonnen.

Jedenfalls beginnt die eigentliche Geschichte mit Johns Ankommen auf den Inseln und wie er versucht, klar zu kommen und sich ein neues Leben aufzubauen. Denn John flieht vor seinem alten und versucht jegliche Erinnerungen daran zu verdrängen.
Wie das so ist im Leben braucht John selbstverständlich erstmal eine Unterkunft und einen Job. Doch was macht als Ausländer auf den Färöern wo jeder jeder kennt?

Um es kurz zu machen oder ohne irgendwas vorweg zu nehmen: John schafft den Start in sein neues Leben.

Schnell wird ihm jedoch klar, dass er nicht einfach wieder neu anfangen kann. Das funktioniert so nicht.  So plagen ihn widerwillig seine Gedanken an Vergangenes. Auf den Färöern scheint er auch nicht sonderlich gern gesehen zu sein. Warum versteht er nicht. Schließlich ist er ja am Ende der Welt und will nur ein friedliches Leben führen.
( – Weil schließlich die Leute auf den Färöern kein Internet besitzen und sicher auch nicht die Gabe haben Fragen zu stellen. Neeeeein. Dort ist alles gut.)

Doch so friedlich wie er sich das vorstellt, ist das Leben nun mal nicht. Egal wo man ist.
Probleme entstehen und machen unserem Protagonisten das Leben schwer. Er händelt sie meiner Meinung nach aber nicht sonderlich gut. Ich konnte keinen guten Einblick in Johns Handeln erhalten, ich verstand ihn einfach nicht.
Und die ganze Zeit stellt man sich diese eine Frage: Was ist nur mit ihm passiert, dass er so geworden ist, wie er jetzt ist?

Nur Liam sieht mich kommen. Er blickt auf. Dann wirft er den Kopf in den Nacken und lacht. Ein Lärm, der auf meine Ohren einhämmert und alles andere übertönt. Ich höre nur noch Liams Gelächter.
Doch da schaue ich genauer hin. Liam blutet ja.

Neben angriffslustigen Arbeitskollegen, einer impulsiven Freundin und einem akzeptablen Job fndet John auch immer mehr Anschluss an die Gesellschaft der Färöern, auch wenn er kaum ein Wort versteht, von dem was sie sagen. Sein Leben scheint sich in die richtige Richtung zu wenden. ( Dennoch finde ich, dass John ein halber Alkoholiker ist. So oft wie er in Bars rumhängt und sauft. )

Doch als er, mal wieder, ein Bier zu viel getrunken hat, und mit einem Messer in der Tasche und Blut an den Händen erwacht, muss John einsehen, dass er nie ein ruhiges Leben haben wird. Bis dahin hat man übrigens sehr viel zu lesen.

Viele Dingen wurden dennoch einfach viel zu lange und breit erzählt. Dinge, die gar nicht relevant sind oder die einen gar nicht interessieren. Es erschwerte einem das Lesen und die Handlung klingt jetzt auch nicht ultra spannend oder? Das ist sie auch nicht.  Ich kann aber verstehen, dass man ja erstmal Sachen aufbauen muss, um sie zu zerstören.


Schreibstil

Der Schreibstil von Neilson ist sehr detailreich, das muss man mögen. Denn so bringt er ein ziemlich gutes Bild von den Färöern rüber. Eigentlich von jedem Handlungsort an dem sich John befindet. Es lief wie ein kleiner Film vor meinem inneren Auge ab, auch wenn es mir manchmal, nicht immer, etwas lästig war, dass wirklich alles so genau beschrieben wurde. Einige Dialoge waren auch komisch (?) geschrieben und ab und zu habe ich das Buch auch einfach weggelegt, weil ich mich so nicht voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren konnte. Manche Sachen sind auch langweilig, das kann bei 512 Seiten schon mal passieren. Leider war dies aber auch der Grund, warum ich solange gebraucht habe, um dieses Buch zu beenden.


Charaktere

Ich werde hier nur auf John Callum eingehen, da ihr die anderen Charaktere erst um einiges später beim Lesen kennenlernen werdet und ich euch nichts vorweg nehmen möchte. Tut mir leid 🙂

Man erhält aber auch kaum Informationen über John. Ebenso hat man, meiner Meinung nach, Null Plan warum er das tut, was er tut. Ich meine, der Leser braucht doch Erklärungen oder?

„(…) Was würdest du tun für jemanden, den du liebst?“
Das war eube Fangfrage, wie sie bei Männern allgemein verhasst ist. Eine Frage ohne richtige Antwort, und selbst wenn es eine richtige Antwort gäbe, müsste man sie ohne zu Zögern und im exakt richtigen Tonfall vorbringen. Ich versuchte mich in einer schlappen, aber hoffentlich risikofreien Erwiederung.
„Alles.“

Seine Gefühlspalette: Aggresion, Wut, Lüsternheit, gespielte Freundlichkeit. Und eine Bereitschaft zur Gewalt die einen schon mal innehalten lassen kann. Er eignet sich aber durchaus für einen Krimi, auch wenn er etwas anstrengend ist.
Viel mehr gibt es zu ihm leider nicht zu sagen.


Fazit

Das Walmesser wurde gegen Ende etwas besser, aber auch nicht viel. Ich musste mich teils durch dieses Buch quälen, was seine Bewertung sicherlich nicht besser macht. Ebenso waren viele Dinge einfach komisch bzw. ungeklärt. Dennoch, es war mal etwas anderes für mich und es war gut – nur halt nich überragend und teils war einfach zu viel geschrieben. Man hätte es kürzen können 🙂 Vielleicht kam mir das auch nur so vor, weil das Lesen so lange gedauert hat. N3 Schlüssel an dieser Stelle.

3,0dingens.jpg

 


Anmerkungen

Dies ist ein Rezensionsexemplar, welches ich vom Heyne Verlag erhalten habe. Als Gegenleistung lese ich das erhaltene Buch und veröffentliche eine Rezension darüber. (Read-to-Review Basis.) Spoiler: Was ich auch gar nicht verstanden habe, ist seine Liebe zu Karis und warum er so mit Nils umgegangen ist. Wirklich, null.

neylakunta

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