[Rezension] Denn Morgen Sind Wir Tot [Andreas Götz]

Dieses Buch ist eines, welches ich mir wahrscheinlich nie so einfach im Buchhandel gekauft hätte  – früher vielleicht schon, jetzt nicht mehr. Irgendwie wünschte ich, ich hätte mehr auf mein jetziges Ich gehört.. Ich habe noch nie etwas so merkwürdiges gelesen :/


Fakten über das Buch

Verlag:  Oetinger
Seitenzahl:  303
ISBN: 978-3-8415-0503-3
Preis: 10,00€


Kurzbeschreibung

Vom unschuldigen Mädchen zur Mörderin.

Seit Siri mit Adrian zusammen ist, ist ihr Leben ein einziger Rausch. Grenzen und Regeln existieren für Adrian nicht. Lebe jetzt, denn morgen sind wir vielleicht tot, lautet sein Motto. Siris Ex-Freund Niklas hält Adrian für gefährlich. Als Siri ihr Glück von Niklas bedroht sieht, schmieden sie und Adrian einen Plan, der das Dunkelste in ihnen zum Vorschein bringt.

Wie konnte die Liebe Siri so blind machen?

(Quelle)


Cover

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Quelle

Das Cover taugt mir ja mal so gar nicht. Mit den zwei jungen Menschenvorne rauf, die mit merkwürdigen Gesichtsausdruck in die Kamera schauen, gehört das Buch definitiv nicht zu den wenigen, die ich mit dem Cover nach vorne in mein Regal stellen würde.  Dass ich mir die Charaktere anders vorgestellt habe tut hier glaube ich nichts zur Sache, denn wann ist das denn schon mal nicht so? Einzig und allein die Wahl der Schriftart kann ich nicht bemängeln.


Handlung

In diesem Buch, welches ich in der Bibliothek unter der Kategorie „Lifestyle“ einordnen würde, lernen wir zu Anfang Siri kennen. Diese ist eigentlich eher eine Mitläuferin, geht zur Schule und hat einen Freund – sie lebt ein ganz normales durchschnittliches Leben. Doch irgendwann reicht ihr das nicht mehr. Ihre Eltern nerven sie, ihr Freund nervt sie und ihr Leben ist sowie so schrecklich, dass sie daran etwas ändern muss.

Hier muss ich gleich mal einsteigen und meine Meinung kundtun. An sich ist das ja eine ganz normale Teenagersache dass man sein Leben langweilig findet und irgendwie alles und jeder nervt. So wie hier aber Siris Gedankengänge beschrieben werden, konnte ich das alles nicht nachempfinden. Sie regt sich über kleine Sachen maßlos auf und erschafft Drama, wo keines hingehört. Vielleicht soll das einen impulsiven Teenager darstellen, ich weiß es nicht, aber für mich war das nichts.

Bei ihr daheim läuft es sowieso nicht so gut und ganz ehrlich das war die einzige Situation in ihrem Leben in der ich ihre Gedankengänge und Gefühle wenigstens ein bisschen besser verstehen konnte. Da hat der Autor aber auch Eltern geschaffen, die..sehr speziell sind und naja, mit den Eltern, was sollte da shon aus Siri werden?

Jedenfalls schafft Siri es, etwas in ihrem Leben zu ändern. Sie lernt den jungen Mann Adrian kennen dessen Motto praktisch „yolo“ ist, hier umformuliert zu: Lebe im hier und jetzt, denn morgen sind wir sowieso tot. Zunächst erschreckt Siri diese Aussage, aber am Ende ist sie dabei und ihr Leben steht plötzlich Kopf.

Siri fängt an ihre Eltern zu belügen, sich heimlich mit Adrian zu treffen und das alles ist ja gar nicht so schlimm, bis es eskaliert.
Sie erlebt zum Beispiel das erste Mal Sex, das ist jetzt wirklich  vollkommen natürlich, mir geht es nur um den Umstand, wie das überhaupt passiert ist, geht zu Parties, nimmt Drogen, stiehlt, etc. Unsere Protagonistin verändert sich also zu einem komplett anderen Menschen.

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Quelle

Verfolgt wird unser Liebespaar bei all den Aktionen von Siris Exfreund, welcher sich schlicht und ergreifend Sorgen um sie macht, und als einziger erkennt, was mit Siri passiert. Das war tatsächlich auch der einzige Charakter mit dem ich etwas anfangen konnte.
Jedenfalls passt das den beiden natürlich gar nicht und ich habe keine Ahnung wie, echt nicht, aber irgendwann beschließen sie einfach den Jungen umzubringen.

Ich breche jetzt hier ab, da ich nicht zu viel von der Story verraten will aber das ganze Buch war für mich einfach unverständlich und ich verstand nicht eine Sekunde lang was überhaupt los war und wieso Siri so dumm ist und das alles mitmacht und oh man das Ende war ja auch komplett merkwürdig und irgendwie hat mich das alles nur genervt. Keine Ahnung ob das von meinem Unverständnis kommt aber diese ganzen merkwürdigen Dinge die in diesem Buch passieren sind echt…wow. (Mir fehlen ja schon die Worte um das richtig zu erklären.)


Schreibstil

Götz Schreibstil ist echt nicht schlecht und passt sehr gut ins Jugendbuchgenre. Er schafft es, dass unsere Prota authentisch wirkt. Zumindest habe ich geglaubt, wirklich aus ihrer Sicht der Dinge zu lesen. Mich würde aber mal interessieren, wie er denn überhaupt auf den ganzen Plot gekommen ist. Jedenfalls lässt sich das alles sehr schnell weg lesen und ich kann ihn da einfach nicht kritisieren.


Charaktere

Ich bin ja im Thema „Handlung“ schon sehr auf Siri eingegangen, weshalb ich mich hier etwas kürzer als sonst fassen werde.

Siri ist ein Teenager, der eigentlich ein ziemliches solides Leben führt, aber auf Krampf etwas daran ändern will. Dabei trifft sie definitiv die falschen Entscheidungen bis sie sich einfach in einer Abwärtsspirale befindet, bei der man sich als Leser einfach nur an den Kopf schlägt und sich wünscht, dass sie aufwacht.
Sie geht eine sehr ungesunde Beziehung zu Adrian ein und denkt aber, das sei alles richtig so und so muss Liebe sein. Das zweifelt man aber ständig an und irgendwann nervt sie einen nur noch und ich konnte sie einfach nicht „greifen“.

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Quelle

Adrian ist ein junger Erwachsener der definitiv ein paar Schrauben locker hat, ein junges Mädchen mit in sein verkorkstes Leben reinzieht und ihr Leben ruiniert. Im Buch wird Adrian idealisiert, wir lesen ja aus Siris Sicht. Als Leser wird aber sehr schnell deutlich, was für ein Mensch er eigentlich ist und ich habe ihn wirklich gehasst. Ich will nie wieder von ihm lesen.


Fazit


Denn Morgen sind wir tot ist ein Buch, welches sich wahrlich schlecht rezensieren oder bewerten lässt. Ich kann sagen, ich mochte es nicht. Die Charaktere waren für mich nicht greifbar, ihre Handlungen komplett abstrus und ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll. Man könnte schon sagen, dass man dieses Buch in der Schule lesen könnte, aber nur wenn dann ordentlich über die einzelnen Themen gesprochen wird.
Ganz ehrlich, ich glaube, der Autor hat auf diese Wirkung hin abgezielt. Ich glaube, es soll kein Buch sein, das gefällt. Das hat er geschafft. Von mir gibt es nur einen Schlüssel, auch wenn ich es irgendwie gar nicht bewerten mag. Ich habe noch nie so ein merkwürdiges Buch gelesen.

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Anmerkungen

Dies ist ein Rezensionsexemplar, welches ich vom Oetinger Verlag erhalten habe. Als Gegenleistung lese ich das erhaltene Buch und veröffentliche eine Rezension darüber (Read-to-Review Basis). Diese Gratislesitung beeinflusst nicht meine Meinung.


Weitere Rezensionen

Ich habe nur einige zitiert.

Wie schon geschrieben ein schwieriges Buch. Atemlos spannend, rasant und schockierend, aber eben auch ärgerlich, für mich schwer vorstellbar und stellenweise auch absolut nervig. Wenn es so gewollt war, dass die Story ein solches Gefühlschaos beim Leser hinterlässt, war das ein Erfolg auf ganzer Linie. (Fazit von Leserattz)

Mit „Denn morgen sind wir tot“ ist ein spannender Jugendthriller entstanden, der aus einer ungewöhnlichen Täterperspektive berichtet und nicht nur erzählt, sondern auch reflektiert. Mit der von Andreas Götz gewählten Perspektive des Romans ergeben sich allerdings nicht nur Stärken, sondern auch Schwächen. (Auszug von testingbooks)

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